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Brand eines LKW mit Gefahrgut

Zu einem nicht alltäglichen Alarm wurde die Feuerwehr Neckarsulm in der Nacht des 14.02.2020 auf den 15.02.2020 angefordert. Auf der Bundesstraße B293 bei Gemmingen brannte ein mit Gefahrgut und weiterer Fracht beladener LKW. Der Fahrer konnte sich und die Zugmaschine vor dem Brand in Sicherheit bringen, sodass glücklicherweise keine Personenschäden zu beklagen sind. Die Feuerwehr Neckarsulm unterstützte den Einsatz mit dem Fachberater Chemie, dem Abrollbehälter Tank/Wasser, dem ELW2 und dem Gerätewagen Messtechnik. Darüber hinaus wurde der Leitende Notarzt (LNA) durch ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr zur Einsatzstelle gefahren.

Vor Ort waren zunächst die chemisch-fachliche Beratung sowie die Mitarbeit bei der Brandbekämpfung durch Wasserbereitstellung gefragt. Zudem waren die Tätigkeiten der Messgruppe und des Fachberaters die Stoffrecherche und -identifikation, u.a. anhand der größtenteils fremdsprachigen Frachtpapiere – hinzu kamen die fachliche Bewertung der gewonnenen Erkenntnisse und die Einschätzung der Gefährdung der Einsatzkräfte, der Bevölkerung und der Umwelt durch die geladenen Güter sowie durch deren Freisetzung und Ausbreitung mittels Brandrauch und Löschwasser. Die Besatzung des GW-Mess führte zusammen mit der Messgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Lauffen a.N. Schadstoffmessungen der Luft und des Löschwassers durch.

Die Fernmeldegruppe unterstützte per ELW2 zusammen mit dem Kreisbrandmeister, Vertretern der unteren Wasserbehörde, OrgL (Organisatorischer Leiter Rettungsdienst) & LNA den Einsatzleiter am Einsatzort. Nach dem Ablöschen des Sattelaufliegers wurde dieser durch Kräfte der Gefahrstoffzüge Weinsberg und Bad Rappenau unter Mithilfe der Dekontaminationseinheit aus Weinsberg entladen. Auch Fachkräfte des Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystems (TUIS) von der Firma BASF aus Ludwigshafen waren im Einsatz, berieten die Einsatzleitung und trieben den erfolgreichen Einsatzablauf tatkräftig mit Material und Personal voran.

Ihren Einsatz beendete die Feuerwehr Neckarsulm am Samstag, 15.02.2020, am Spätnachmittag. Die Feuerwehren aus Gemmingen und Eppingen blieben zu diesem Zeitpunkt noch für abschließende Maßnahmen an der Einsatzstelle. Die weitere Entsorgung, Bergung und Reinigung wurde durch Fachfirmen durchgeführt.

Während des Einsatzes in Gemmingen kam es zu weiteren Einsätzen für die Feuerwehr Neckarsulm, z.B. zu einem LKW-Brand auf der Autobahn A6 bei Erlenbach. Dort stand ein mit Käse beladener LKW in Brand.

 

Unwetter „Sabine“ beschäftigt Feuerwehr und Technisches Hilfswerk

Im Rahmen des herannahenden Sturmes „Sabine“ wurden aufgrund der Warnungen der Wetterdienste in Neckarsulm, Obereisesheim und Dahenfeld bereits am Sonntag, 09.02.2020, Vorbereitungen getroffen. Um die nach einem Unwetter im Jahr 2019 vorgeschädigte Eberwinhalle in Obereisesheim vor weiteren Beschädigungen zu bewahren, waren die Feuerwehr Neckarsulm mit den Abteilungen Obereisesheim und Neckarsulm sowie das Technische Hilfswerk (THW) im Einsatz. Dabei wurde im Laufe des Sonntages die Halle aufwändig gesichert und „sturmfest“ gemacht. Wie sich im Nachgang dessen zeigte, hatte sich der Aufwand gelohnt – weitere Schäden am Gebäude konnten verhindert werden. Darüber hinaus wurde das Personal des Lagedienstes der Feuerwehr aktuell über Prognosen informiert und für eine Wachbesetzung ab 04.00 Uhr am Montagmorgen eingeteilt, um wahrscheinlich auftretende Unwettereinsätze zeitnah und effizient abarbeiten zu können.
Erwartungsgemäß traten durch Sturmtief „Sabine“ trotz aller Vorkehrungen vereinzelt Zerstörungen in Neckarsulm auf.
Zur Behebung derer und zum Schutz vor weiteren Schäden kam neben der Feuerwehr wieder das THW zum Einsatz. So wurden beispielsweise in Zusammenarbeit von THW und Feuerwehr am Deutschen Zweiradmuseum Netze aufgebracht, um Personen- oder abermalige Sachschäden durch herabfallende Dachziegel zu vermeiden.
Zu den weiteren Tätigkeiten der Feuerwehr zählten das Absperren von durch herabstürzende Dachziegel gefährdeten Bereichen in Kooperation mit der Polizei zudem die Beseitigung umherliegender Gegenstände, z.B. Baustellenabsperrungen. Die meisten Einsätze wurden allerdings durch umstürzende Bäume und herabfallende Äste ausgelöst. Erfreulicherweise mussten im Ortsteil Dahenfeld und in Amorbach keine unwetterbedingten Aufgaben bewältigt werden.
Nach 41 Einsätzen im Laufe des Montages konnten die Feuerwehrkräfte der Abteilungen Obereisesheim und Neckarsulm ihr Engagement gegen 19.00 Uhr beenden. Am folgenden Dienstag wurden weitere vier Einsatzstellen gemeldet und bearbeitet.

Gemeinsame Übung der ELW2-Gruppe und des Führungsstabes

In den vergangenen Wochen fanden in den Räumlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Neckarsulm mehrfach Übungen des Führungsstabes des Landkreises Heilbronn statt. Hierbei wurde unter anderem die Zusammenarbeit der Fernmeldegruppe (inklusive ELW2) als Kommunikationskomponente und dem Stab als Führungsunterstützungseinheit geübt. Diese Form der Unterstützung im Einsatz kann jeder Einsatzleiter bei größeren Schadenslagen anfordern, um in seiner Arbeit entlastet zu werden. Weitere Schwerpunkte der Fortbildungen waren ein Training strukturierter Abläufe, Informationsbeschaffung bei komplexen Einsatzlagen, Übernahme von Aufgaben der örtlichen Führungsstrukturen (z.B. ELW1) und die Steigerung der Effizienz der eigenen Arbeitsweisen. Wir danken im Namen der Fernmeldegruppe den Mitgliedern des Führungsstabes sowie den Organisatoren der Übungen für die Möglichkeit gemeinsam zu lernen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und aufgrund des wertvollen Feedbacks in den Nachbesprechungen unsere eigenen Arbeitsabläufe künftig noch effizienter gestalten zu können.