Feuerwehr Neckarsulm schreibt Bedarfsplan bis 2025 fort

Neu- und Ersatzbeschaffungen im Umfang von 784.000 Euro geplant

Die Freiwillige Feuerwehr Neckarsulm mit ihren drei Abteilungen kann den Brandschutz der Bevölkerung und die Technische Hilfeleistung auf örtlicher und überörtlicher Ebene rund um die Uhr gewährleisten. Um die Leistungsfähigkeit in gleichem Umfang aufrecht zu erhalten, muss die Feuerwehr jedoch in den kommenden fünf Jahren zusätzliche Mitglieder gewinnen. Zu diesem Ergebnis gelangt die zweite Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans 2020, die der Gemeinderat zustimmend zur Kenntnis nahm. Mittelfristig empfiehlt der aktuelle Bedarfsplan Neu- und Ersatzbeschaffungen im Umfang von 784.000 Euro.

Der Bedarfsplan dokumentiert den aktuellen Stand der Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Neckarsulm und definiert die erforderlichen Mittel zur Gefahrenabwehr. Er wird alle fünf Jahre fortgeschrieben. Auch die zweite Fortschreibung stammt von Fabian Müller, dem Leiter der Integrierten Leitstelle bei der Berufsfeuerwehr Stuttgart. Der Verfasser ist langjähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Neckarsulm und erläuterte den aktuellen Bedarfsplan im Gemeinderat.

Bei der Gesamtpersonalstärke stellt der Bedarfsplan ein Defizit von 16 Feuerwehrangehörigen fest. Die Personalstärke ist nahezu konstant und liegt derzeit bei 104 Mitgliedern. Benötigt werden vor allem weitere Atemschutz-Geräteträger. Außerdem besteht weiterhin Bedarf im hauptamtlichen Bereich, der analytisch zu betrachten ist. Insgesamt wird empfohlen, eine Arbeitsgruppe „Personalerhaltung und -gewinnung“ zu gründen. Sie soll ein ganzheitliches Personalkonzept entwickeln, um neue Feuerwehrangehörige mit gezielten Maßnahmen zu werben sowie den Aufgabenumfang im hauptamtlichen Bereich zu analysieren. Im Ergebnis könnte daraus der Bedarf für eine weitere hauptamtliche Stelle resultieren.

Abteilungen der Jugendfeuerwehr sollen zusammengelegt werden  

Auch ehrenamtlichen Nachwuchs zu gewinnen, stellt eine wachsende Herausforderung dar. Die Mitgliederzahlen der Jugendfeuerwehr, aus der die Feuerwehr die meisten neuen Mitglieder für den aktiven Dienst rekrutiert, sind leicht rückläufig. Daher schlägt der Bedarfsplan vor, die bislang getrennten Jugendabteilungen Neckarsulm/Dahenfeld und Obereisesheim zusammenzulegen. Dann könnte die Ausbildung nach Altersgruppen getrennt und effizienter gestaltet werden. Denkbar wäre eine Trennung in Kinder bis 14 Jahre, die spielerisch an Feuerwehrthemen herangeführt werden, und Jugendliche ab 15 Jahren, die sich bereits auf die Übernahme in den aktiven Einsatzdienst vorbereiten.

Zentraler Bestandteil des Bedarfsplans sind die Neu- und Wiederbeschaffungsmaßnahmen. Neu zu beschaffen ist ein zweiter Mannschaftstransportwagen zum Personen- beziehungsweise Materialtransport. Dieses Kleinfahrzeug soll abteilungsübergreifend eingesetzt werden und unter anderem zum regelmäßigen Transport von Mitgliedern der gemeinsamen, größeren Jugendabteilung dienen.

Als zweites geländegängiges Fahrzeug soll ein Gerätewagen-Transport mit Trupp-Kabine beschafft werden. Dieses Logistikfahrzeug ersetzt den 35 Jahre alten Schlauchwagen vom Typ SW 2000.

Logistikkonzept wird mit neuen Rollwagenmodulen weiterentwickelt

Mit dem neuen Gerätewagen-Transport kann auch das bestehende Logistikkonzept der Feuerwehr weiterentwickelt werden. Neu geplant sind drei Rollwagenmodule „Unwetter“, je eines pro Abteilung, drei Rollwagenmodule „Vegetationsbrand“, die bei der Abteilung Neckarsulm stationiert werden, und drei Rollwagenmodule „Poolkleidung“ für den abteilungsübergreifenden Einsatz. Die Poolkleidungsmodule ermöglichen den Einsatzkräften, kontaminierte Einsatzkleidung direkt an der Einsatzstelle zu wechseln.

Für dieses Jahr vorgesehen ist die noch ausstehende Beschaffung des Abrollbehälters „Energie“. Diese Maßnahme wurde bereits mit dem Bedarfsplan 2015 beschlossen. Der Abrollbehälter kommt im Rahmen des Wechsellader-Systems zum Einsatz und beinhaltet einen großen Stromgenerator sowie einen Rollwagen mit kleineren Stromerzeugern, Flutlichtstrahlern und Lichtmasten. Mit dieser Ausrüstung kann die Feuerwehr im Falle eines großflächigen Stromausfalls die Energieversorgung provisorisch wieder herstellen. Schließlich soll der vorhandene VW Caddy durch einen neuen kleinen Gerätewagen-Transport ersetzt werden.

Nicht weiterverfolgt wird die Ersatzbeschaffung des Mehrzweckbootes (MZB) der Abteilung Neckarsulm und die Neubeschaffung des Abrollbehälters (AB) „Unterkunft/Führung“, die ursprünglich in Zusammenarbeit mit dem Landkreis vorgesehen war. Beide Maßnahmen waren in der ersten Fortschreibung des Bedarfsplans 2015 enthalten.

Das MZB wurde inzwischen generalüberholt und kann weiter eingesetzt werden. Anstelle des AB „Unterkunft/Führung“ kann im Bedarfsfall der Abrollbehälter „Aufenthalt“ oder „Führung“ der Feuerwehr Heilbronn angefordert werden. Durch den Verzicht auf diese beiden Beschaffungen können insgesamt 80.000 Euro einspart werden.

Darüber hinaus enthält der aktuelle Bedarfsplan Vorschläge, um die bauliche Situation zu verbessern. So wird empfohlen, das Feuerwehrhaus Obereisesheim bis 2025 zu erweitern. Um die Zufahrt zur Feuerwache Neckarsulm in der Seestraße zu erleichtern, soll eine Neuarrondierung geprüft werden. Die Zufahrt könnte mittelfristig über das städtische Grundstück Seestraße 5 führen. Dies böte die Möglichkeit, die Halle Nord im Bereich der bestehenden Zufahrt um einen Stellplatz für Abrollbehälter zu erweitern.  Quelle Text: (snp)            

Tunnelbrände im Einsatzgebiet der Feuerwehr Neckarsulm

Aufgrund von Tunneleinsätzen richten sich die Feuerwehren auf besonders personalintensive und arbeitsaufwändige Einsätze ein. Spezielle Übungsdienste und Ausbildungen sind Grundvoraussetzungen, um erfolgreich solche Einsätze in Tunneln zu bewältigen. Im Stadtgebiet Neckarsulms befinden sich keine Straßen- oder Eisenbahntunnel. Das Einsatzgebiet der Feuerwehr Neckarsulm umfasst allerdings zwei Straßentunnel, die im Falle eines Einsatzes (Überlandhilfe) angefahren werden. Hierzu zählen der Autobahntunnel der A81 bei Eberstadt Hölzern (Länge 470 m / Baujahr 1973) und der Tunnel Schemmelsberg  entlang der B39 (Länge 680 m / Baujahr 1990) bei Erlenbach. Darüber hinaus können auch potenzielle Alarmierungen für ELW2, GW-Mess oder andere Sonderfahrzeuge der Abteilung Neckarsulm im Landkreis Heilbronn dazukommen (Beispiele sind die Eisenbahntunnel bei Gundelsheim, Weinsberg oder Lauffen am Neckar).

In den vergangenen Jahren wurden Großübungen (z.B. Autobahntunnel Hölzern A81, Tunnel Schemmelsberg B39 und Eisenbahntunnel bei Gundelsheim Böttingen) mit den Feuerwehren Heilbronn, Neuenstadt, Weinsberg, Eberstadt und Gundelsheim organisiert. Auch mit der für den Tunnel Schemmelsberg zuständigen Nachbarfeuerwehr Erlenbach wurden schon gemeinsame Dienste abgehalten. Trainiert wurde hierbei das Zusammenarbeiten der einzelnen Feuerwehren, das einsatztaktische Vorgehen und die Koordination an der Einsatzstelle.

Im regulären Übungsdienst der Abteilung Neckarsulm werden die Themen taktisches Vorgehen im Trupp, Brandbekämpfung im Tunnel und Absuchen seit etwa einem halben Jahr intensiv trainiert und ausgebildet – für viele Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden in Anbetracht der taktischen Vorgaben (Erkundertrupp, Suchtrupp und Trupp zur Brandbekämpfung) eine neue Erfahrung. Erstmalig verstanden werden musste, dass beispielsweise bei alltäglichen Brandeinsätzen (z.B. Wohnungsbrand) eine ganz andere Ausrichtung vorgesehen ist. Deshalb werden auch im Falle eines Einsatzes an Tunneln gleich mehrere Feuerwehren in der Erstphase zu den einzelnen Tunnelportalen alarmiert. Nach AAO (Alarm- und Ausrückeordnung) werden zum Tunnel Hölzern A81 die Feuerwehren Neuenstadt, Eberstadt, Weinsberg, Heilbronn und Neckarsulm alarmiert. Beim Tunnel Schemmelsberg B39 sind es die Wehren aus Erlenbach, Neckarsulm, Weinsberg und Heilbronn.

Hier zeigt sich sehr gut, dass die Feuerwehren einem ständigen Wissenswandel unterliegen – was also heute gelehrt und ausgebildet wird, ist in kurzer Zeit überholt. Das vorhandene Fachwissen muss ständig erneuert bzw. verändert werden. Vor allem das personalintensive Vorgehen bei Tunnelbränden sorgt für einen notwendigen Mehraufwand an Material und Ausrüstung. Durch solche gezielten Übungsdienste und Ausbildungen sind die Feuerwehren sehr gut auf Einsätze in Tunneln vorbereitet und können bei Schadensereignissen schlagkräftig agieren. 

Brand eines LKW mit Gefahrgut

Zu einem nicht alltäglichen Alarm wurde die Feuerwehr Neckarsulm in der Nacht des 14.02.2020 auf den 15.02.2020 angefordert. Auf der Bundesstraße B293 bei Gemmingen brannte ein mit Gefahrgut und weiterer Fracht beladener LKW. Der Fahrer konnte sich und die Zugmaschine vor dem Brand in Sicherheit bringen, sodass glücklicherweise keine Personenschäden zu beklagen sind. Die Feuerwehr Neckarsulm unterstützte den Einsatz mit dem Fachberater Chemie, dem Abrollbehälter Tank/Wasser, dem ELW2 und dem Gerätewagen Messtechnik. Darüber hinaus wurde der Leitende Notarzt (LNA) durch ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr zur Einsatzstelle gefahren.

Vor Ort waren zunächst die chemisch-fachliche Beratung sowie die Mitarbeit bei der Brandbekämpfung durch Wasserbereitstellung gefragt. Zudem waren die Tätigkeiten der Messgruppe und des Fachberaters die Stoffrecherche und -identifikation, u.a. anhand der größtenteils fremdsprachigen Frachtpapiere – hinzu kamen die fachliche Bewertung der gewonnenen Erkenntnisse und die Einschätzung der Gefährdung der Einsatzkräfte, der Bevölkerung und der Umwelt durch die geladenen Güter sowie durch deren Freisetzung und Ausbreitung mittels Brandrauch und Löschwasser. Die Besatzung des GW-Mess führte zusammen mit der Messgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Lauffen a.N. Schadstoffmessungen der Luft und des Löschwassers durch.

Die Fernmeldegruppe unterstützte per ELW2 zusammen mit dem Kreisbrandmeister, Vertretern der unteren Wasserbehörde, OrgL (Organisatorischer Leiter Rettungsdienst) & LNA den Einsatzleiter am Einsatzort. Nach dem Ablöschen des Sattelaufliegers wurde dieser durch Kräfte der Gefahrstoffzüge Weinsberg und Bad Rappenau unter Mithilfe der Dekontaminationseinheit aus Weinsberg entladen. Auch Fachkräfte des Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystems (TUIS) von der Firma BASF aus Ludwigshafen waren im Einsatz, berieten die Einsatzleitung und trieben den erfolgreichen Einsatzablauf tatkräftig mit Material und Personal voran.

Ihren Einsatz beendete die Feuerwehr Neckarsulm am Samstag, 15.02.2020, am Spätnachmittag. Die Feuerwehren aus Gemmingen und Eppingen blieben zu diesem Zeitpunkt noch für abschließende Maßnahmen an der Einsatzstelle. Die weitere Entsorgung, Bergung und Reinigung wurde durch Fachfirmen durchgeführt.

Während des Einsatzes in Gemmingen kam es zu weiteren Einsätzen für die Feuerwehr Neckarsulm, z.B. zu einem LKW-Brand auf der Autobahn A6 bei Erlenbach. Dort stand ein mit Käse beladener LKW in Brand.

 

Berufsfeuerwehr-Tag

Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Neckarsulm. Am Samstag, den 19.10.2019, begann um 9.00 Uhr in der Feuerwache Neckarsulm ein spannender Tag. In den folgenden 24 Stunden kamen einige Einsätze, die schon ungeduldig erwartet wurden, auf die Jugendfeuerwehr-Mitglieder zu. Während es für einige Jugendfeuerwehrler das letzte Mal war, da diese im Herbst die Grundausbildung für ihre aktive Dienstzeit absolvierten, sind die meisten das erste Mal bei so einer 24-Stunden-Übung dabei. Nachdem vor den Spinden die Einteilung auf die Fahrzeuge erfolgte, begann der Theorieunterricht im Unterrichtsraum über den dreiteiligen Löschangriff. Nach wenigen Minuten aber ertönte schon der Gong über die Lautsprecheranlage mit der Einsatzmeldung: „Verletzte Person in Garten“. Daraufhin rückten die beiden Einsatzfahrzeuge HLF und MTW zur Einsatzstelle aus. Dort erwarteten die jungen „Einsatzkräfte“ zwei Personen, die sich bei Baumschneidearbeiten verletzt hatten. Um diese den rutschigen Hang herunter zu transportieren, kam eine Schleifkorbtrage zum Einsatz. Bei den Einsätzen wurde das „Einsatzgeschehen“ hin und wieder durch die Betreuer unterbrochen und die Zeit dafür genutzt, hilfreiches Wissen zu verschiedenen Gerätschaften oder Vorgängen zu vermitteln. So kam der Spaß nicht zu kurz und trotzdem konnte viel Neues gelernt werden. Das Mittagessen wurde gemeinsam mit der Abteilung Obereisesheim in der Feuerwache eingenommen. Kurz darauf kam ein sehr umfangreicher Einsatz auf die Jugendlichen der Abteilungen Neckarsulm, Obereisesheim und Dahenfeld zu. In einem brennenden und verrauchten Obergeschoss einer Halle wurden vier Personen vermisst, während nebenan ein weiteres Gebäude brannte. Gemeinsam konnten alle Beteiligten die große (fiktive) Einsatzlage unter Kontrolle bringen und die Personen über den Treppenraum retten. Nachmittags galt es, bei einem angenommenen Verkehrsunfall, eine Person unter einem Fahrzeug mit Hebekissen zu befreien. Eine andere eingeklemmte Person wurde mittels Schere und Spreizer aus dem verunfallten PKW gerettet. Diese körperlich anstrengende Tätigkeit wurde den Jugendfeuerwehrlern eindrucksvoll vermittelt. Auch nach diesem Einsatz gab es eine Nachbesprechung, bei der jeder nochmal eine Übersicht über die Einsatzstelle erhalten konnte. Bei Einbruch der Dunkelheit brannte es in einem Haus im Stadtteil Obereisesheim. Eine Gasflasche wurde geborgen und im Haus konnte jeder einmal die „Nullsicht“ in verrauchten Gebäuden erleben. Bei den Aufräumarbeiten setzte Regen ein, sodass das Abendessen im Feuerwehrhaus der Abteilung Obereisesheim eine gute Stärkung für die Nacht war. Zwischenzeitlich wurden auch die Feldbetten im Jugendfeuerwehrraum aufgebaut, wonach es zum Filmschauen und Zusammensitzen ging. Jedoch wurde der Film von einem Fehlalarm unterbrochen, aber das gehört natürlich ebenfalls dazu! Nach dem einsatzfreien Ruhen wurden die Jugendlichen um 6 Uhr morgens zu einer brennenden Tonne auf einem Speditionsgelände alarmiert. Diese wurde erfolgreich abgelöscht. Anschließend gab es Frühstück, die Fahrzeuge, Gerätschaften   und Räume wurden geputzt und aufgeräumt um alles für die aktiven Einsatzkräfte wieder sauber und einsatzklar zu machen. Nun haben die Nachwuchskräfte einen Eindruck davon, was ihre Vorbilder im Einsatzalltag erwartet: Eine durchaus anstrengende und unplanbare Arbeit, die ohne Kameradschaft und Zusammenhalt nicht funktioniert. Ein besonderer Dank gilt den Betreuern, die viel Zeit und Arbeit investierten, um so eine reibungslose 24-Stunden-Übung zu ermöglichen. Die Freude auf den nächsten Berufsfeuerwehrtag unter den Jugendlichen ist groß. Gemeinsam hatten alle Angehörigen der Jugendfeuerwehr Neckarsulm riesigen Spaß und werden noch einige Zeit vom Erlebten zehren!

Text: Justus Traub

Bilder: Jugenfeuerwehr Neckarsulm

Umgang mit der Motorsäge

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Motoren kreischen, Sägespäne fliegen – ganz klar, hier sind Motorsägen im Einsatz.

Die Bilder zeigen, wie der letzte Übungsdienst in der Abteilung Obereisesheim ablief. Manuel K. (Ausbilder für Motorsägen-Lehrgänge und Waldvorarbeiter) war zu Gast und schulte die Obereisesheimer Kameradinnen und Kameraden im Umgang mit der Motorsäge.

Motorsägen kommen bei der Feuerwehr meist nach Sturmschäden zum Einsatz, wenn Bäume umgefallen sind und beseitigt werden müssen. Sie finden auch Anwendung bei Bränden, wie beispielsweise beim Öffnen von Holzverkleidungen oder Türen. Die Schwierigkeit dabei: Es wird nicht auf „herkömmliche“ Weise ein Baum gefällt oder Ast abgesägt. Oftmals steht das Holz unter Spannung – eine falsche Herangehensweise kann zu fatalen Folgen führen. Daher müssen Feuerwehrleute besonders gut mit einer Motorsäge umgehen können.

Der Übungsdienst beinhaltete einen theoretischen sowie praktischen Teil. Nach einigen Grundlagen zum Thema Sicherheitseinrichtungen, Schutzkleidung und Vorgehensweise, durften die Kameradinnen und Kameraden das Erlernte in die Praxis umsetzen. Auf einem Aussiedlerhof waren bereits mehrere Baumstämme vorbereitet, an denen sich die Feuerwehrleute ausprobieren konnten. Während die Jüngeren langsam mit der Motorsäge vertraut gemacht wurden, beschäftigten sich die Erfahrenen mit verschiedenen Sägetechniken sowie dem Sägen unter Spannung. Somit konnte jeder etwas Neues dazu lernen oder seine Kenntnisse vertiefen.

Unwetter „Sabine“ beschäftigt Feuerwehr und Technisches Hilfswerk

Im Rahmen des herannahenden Sturmes „Sabine“ wurden aufgrund der Warnungen der Wetterdienste in Neckarsulm, Obereisesheim und Dahenfeld bereits am Sonntag, 09.02.2020, Vorbereitungen getroffen. Um die nach einem Unwetter im Jahr 2019 vorgeschädigte Eberwinhalle in Obereisesheim vor weiteren Beschädigungen zu bewahren, waren die Feuerwehr Neckarsulm mit den Abteilungen Obereisesheim und Neckarsulm sowie das Technische Hilfswerk (THW) im Einsatz. Dabei wurde im Laufe des Sonntages die Halle aufwändig gesichert und „sturmfest“ gemacht. Wie sich im Nachgang dessen zeigte, hatte sich der Aufwand gelohnt – weitere Schäden am Gebäude konnten verhindert werden. Darüber hinaus wurde das Personal des Lagedienstes der Feuerwehr aktuell über Prognosen informiert und für eine Wachbesetzung ab 04.00 Uhr am Montagmorgen eingeteilt, um wahrscheinlich auftretende Unwettereinsätze zeitnah und effizient abarbeiten zu können.
Erwartungsgemäß traten durch Sturmtief „Sabine“ trotz aller Vorkehrungen vereinzelt Zerstörungen in Neckarsulm auf.
Zur Behebung derer und zum Schutz vor weiteren Schäden kam neben der Feuerwehr wieder das THW zum Einsatz. So wurden beispielsweise in Zusammenarbeit von THW und Feuerwehr am Deutschen Zweiradmuseum Netze aufgebracht, um Personen- oder abermalige Sachschäden durch herabfallende Dachziegel zu vermeiden.
Zu den weiteren Tätigkeiten der Feuerwehr zählten das Absperren von durch herabstürzende Dachziegel gefährdeten Bereichen in Kooperation mit der Polizei zudem die Beseitigung umherliegender Gegenstände, z.B. Baustellenabsperrungen. Die meisten Einsätze wurden allerdings durch umstürzende Bäume und herabfallende Äste ausgelöst. Erfreulicherweise mussten im Ortsteil Dahenfeld und in Amorbach keine unwetterbedingten Aufgaben bewältigt werden.
Nach 41 Einsätzen im Laufe des Montages konnten die Feuerwehrkräfte der Abteilungen Obereisesheim und Neckarsulm ihr Engagement gegen 19.00 Uhr beenden. Am folgenden Dienstag wurden weitere vier Einsatzstellen gemeldet und bearbeitet.

Gemeinsame Übung der ELW2-Gruppe und des Führungsstabes

In den vergangenen Wochen fanden in den Räumlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Neckarsulm mehrfach Übungen des Führungsstabes des Landkreises Heilbronn statt. Hierbei wurde unter anderem die Zusammenarbeit der Fernmeldegruppe (inklusive ELW2) als Kommunikationskomponente und dem Stab als Führungsunterstützungseinheit geübt. Diese Form der Unterstützung im Einsatz kann jeder Einsatzleiter bei größeren Schadenslagen anfordern, um in seiner Arbeit entlastet zu werden. Weitere Schwerpunkte der Fortbildungen waren ein Training strukturierter Abläufe, Informationsbeschaffung bei komplexen Einsatzlagen, Übernahme von Aufgaben der örtlichen Führungsstrukturen (z.B. ELW1) und die Steigerung der Effizienz der eigenen Arbeitsweisen. Wir danken im Namen der Fernmeldegruppe den Mitgliedern des Führungsstabes sowie den Organisatoren der Übungen für die Möglichkeit gemeinsam zu lernen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und aufgrund des wertvollen Feedbacks in den Nachbesprechungen unsere eigenen Arbeitsabläufe künftig noch effizienter gestalten zu können.

Neues Medienteam der Feuerwehr Neckarsulm

Im Dezember 2019 wurde für die Öffentlichkeitsarbeit der Gesamtfeuerwehr Neckarsulm ein neues Medienteam aufgestellt. Mitglieder aus den Abteilungen Neckarsulm, Dahenfeld und Obereisesheim betreuen unter der Führung von Robin Wallrath den Internetauftritt und die Social Media Kanäle (Instagram, Facebook und YouTube).

Wir, das Team der Öffentlichkeitsarbeit, freuen uns auf die bevorstehenden Aufgaben und versuchen durch unsere Arbeit allen Usern, Abonnenten und Lesern das Thema Feuerwehr und alles rund um die Feuerwehr Neckarsulm interessant darzustellen.

Anfragen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Social Media können unter presse@feuerwehr-neckarsulm.de eingereicht werden.

Das Team stellt sich vor:

Robin W.

Truppführer in der Abteilung Neckarsulm, als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit ist er der Kopf des Medienteams. Zu seinen Aufgaben gehört die Betreuung, Organisation und die interne Strukturiering im Medienteam. Er ist der direkte Ansprechpartner für die Führung der Feuerwehr Neckarsulm.

Harin S.

Truppmann in der Abteilung Neckarsulm, als stellvertretender Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit. Zusätzlich ist er im Medienteam als Redakteur für Fotoaufnahmen und deren Bearbeitung zuständig.

Rico K.

Truppmann in der Abteilung Dahenfeld, als Webmaster liegt seine Verantwortung in der Betreuung und Programmierung  der Internetseite und den Social Media Kanälen (Instagram, Facebook, Youtube).

Benjamin E.

Gruppenführer und Stellv. Abteilungskommandant der Abteilung Dahenfeld, als Redakteur ist er im Medienteam für Berichte und Fotos zuständig.

Katrin L.

Truppfrau in der Abteilung Obereisesheim, als Redakteurin ist sie im Medienteam für Berichte und Fotos zuständig.

Michael K.

Gruppenführer in der Abteilung Obereisesheim, als Redakteur ist er im Medienteam für Berichte und Fotos zuständig.

Andreas V.

Truppführer in der Abteilung Neckarsulm, als Redakteur ist er im Medienteam für Berichte und Fotos zuständig.

Internetseite in neuem Design

Vier Monate an Arbeit liegen hinter dem neuen Mediateam. Mit frischem Look und neuem Design wurde die Internetseite der Freiwilligen Feuerwehr Neckarsulm heute offiziell online gestellt. Neue Fahrzeugbilder, bessere Lesbarkeit und einfachere Bedienung sind die Hauptänderungen. Aktuelle Informationen, die neuesten Einsätze und mehr gibt es alles und nach Möglichkeit immer topaktuell. Auch auf Instagram, Facebook und Youtube gibt es Informationen und Neuigkeiten über die Feuerwehr Neckarsulm.

Viel Spaß bei Ihrem Besuch auf feuerwehr-neckarsulm.de

Taktik Tipp – Türkeil Karabiner

Ein Angriffstrupp im Feuerwehreinsatz benötigt heute einiges an Ausrüstungsgegenständen die zum Bekämpfen eines Feuers (z.B. Wohnungsbrand) notwendig sind.

Dazu zählen Wärmebildkamera, Schlauchtragekorb/Schlauchpaket, Rauchverschluss usw.

Zusätzliche Ausrüstung bedeutet gleichzeitig mehr an Gewicht und benötigt dann auch mehr Platz zum Verstauen (ca. 35 kg trägt jeder Angriffstrupp an Ausrüstung – inkl. Persönlicher Schutzausrüstung – mit sich).

Vom Problem zur Idee:

Ein neues Problem brachte eine Hauptübung vor einigen Jahren mit sich. Bei dieser gab es Herausforderungen durch die Gebäudestruktur, weite Eindringtiefen und viele Türen im Inneren. Da sich die Türen immer wieder automatisch schlossen wurde beim Vorgehen des Trupps die Schlauchleitung ständig blockiert.

Ein selbstentwickelter  „Türkeil – Karabiner“  brachte hierzu die Lösung.

Türkeile aus Holz wurden mit einer reißfesten Kordel verbunden. Am anderen Ende der Kordel wurden Klettbänder angebracht. Diese dienen als Befestigung am Karabiner. Der große Vorteil dieser Befestigung ist nun die simple Handhabung im Einsatz. Durch einfaches Ziehen an den Keilen lassen diese sich unkompliziert vom Karabiner lösen und nach dem Einsatz auch wieder montieren.

Fixiert wird der Karabiner am Atemschutzgerät vom Truppmann. Eine leichte Handhabung ist somit vom gesamten Trupp möglich. Der Truppmann oder auch der sich dahinter befindliche Truppführer löst durch zurückgreifen (ähnlich wie die Bewegung beim Aufdrehen der Atemschutzflasche) einen Türkeil vom Karabiner.

Somit kann durch geringen Aufwand im Einsatzfall schnell und zeitsparend gearbeitet werden. Dies führt zu einer Erleichterung der Arbeit im Trupp.

In der Feuerwehr Neckarsulm sind diese „Türkeil – Karabiner“ auf den ersten ausrückenden Löschfahrzeugen verlastet. Die in diesem Bericht wiedergegebenen Bilder zeigen die Keile der Abteilung Dahenfeld und stehen hier als Beispieldarstellung.