Archiv 27. Februar 2021

Neuer GW-T der Abteilung Obereisesheim

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Die Feuerwehr-Abteilung Obereisesheim verfügt seit November 2020 über ein neues Fahrzeug: den Gerätewagen Transport (GW-T). Dieser ersetzt ab sofort den Mannschaftstransportwagen (MTW), einen VW T4.

Der Iveco Daily, welcher von der Junghanns Fahrzeugbau GmbH zum GW-T ausgebaut wurde, verfügt über eine Mannschaftskabine und einen ca. 6m² großen Kofferaufbau. Somit können nicht nur sieben Einsatzkräfte Platz nehmen, sondern es steht zudem genügend Kapazität für Geräte und Einsatzmittel zur Verfügung. Dadurch bietet der GW-T einige Vorteile im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Mannschaftstransportwagen (MTW), welcher vorrangig der Personenbeförderung diente.

Im Aufbau finden mehrere Rollwagenmodule Platz, die (je nach Bereich) mit Einsatzmitteln und Geräten bestückt sind. In Obereisesheim sind aktuell bzw. demnächst sieben dieser Rollwagenmodule vorhanden:

  •  1x Unwetter:
    Dieses Modul beinhaltet beispielsweise eine Kettensäge, sowie zusätzliche Schutzausrüstung und Tauchpumpen, welche im Falle eines Sturms oder Unwetters zusätzlich benötigt werden.
  • 4x Schlauch:
    Jeder dieser vier Modulwagen ist mit B-Schläuchen in Länge von 500m bestückt, die eine Wasserförderung über lange Wegstrecken (2 km!) ermöglichen. Die Schläuche sind zusammengekoppelt, in Buchten verstaut und können während des Fahrens vom GW-T aus verlegt werden.
  • 1x Tragkraftspritze:
    Ergänzend zu den Modulwägen mit den Schläuchen steht ein Modul mit einer Tragkraftspitze – einer Pumpe, die in der Wasserentnahme oder als Verstärkerpumpe zum Einsatz kommt – samt dazugehörigen Armaturen zur Verfügung.
  • 1x Licht/Energie:
    Dieser Modulwagen ist mit zahlreichen Gerätschaften zur Einsatzstellenausleuchtung und einem Stromgenerator ausgestattet.

Weitere Module sind im Haushaltsplan vorgesehen bzw. in der Planung.

Über eine hydraulische Ladebordwand können die Module je nach Einsatzszenario auf dem GW-T verlastet und an die Einsatzstelle verbracht werden. Somit ist die Abteilung Obereisesheim flexibel und für alle Einsatzbereiche der Feuerwehr ausgerüstet.

Der GW-T ist mit einem 180 PS starken Motor ausgestattet, der mit einem Wandler-Automatikgetriebe zu fahren ist. Zuschaltbare Schleuderketten sorgen auch bei Schnee und Eis für sicheres Fahren.

Zur Einsatzstellenabsicherung sind am Heck des Fahrzeuges neben Blaulicht, LED-Warnblitzer und Arbeitsscheinwerfer angebracht. Seitlich ist eine LED-Umfeldbeleuchtung installiert.

Die Einweisung in das neue Einsatzfahrzeug wurde unter der Federführung des Abteilungskommandanten Werner Seufer durch Michael Knobloch, Jan Seufer, Stefan Weybrecht und Timo Freyer an zahlreichen Terminen – mit Abstand, mit Mund-Nasenschutz, mit maximal vier Teilnehmern – im November und Dezember 2020 professionell durchgeführt.

Das baugleiche Fahrzeug ist seit April 2020 bei der Abteilung Dahenfeld stationiert.

Eine offizielle Übergabe des Fahrzeuges konnte pandemiebedingt noch nicht stattfinden. Seine Feuerprobe konnte der GW-T bereits bestehen: So kam er Anfang Dezember 2020 beim Brand einer Gartenhütte bereits zum Einsatz.

Jahresbericht 2020 der Feuerwehr Neckarsulm

2020 – ein Jahr wie kaum ein anderes zuvor. Kein Thema war in diesem Jahr so präsent wie das Coronavirus SARS-CoV-2. Das Virus stellte auch die Feuerwehr auf eine harte Probe: Hygienekonzepte vor, während und nach dem Einsatzdienst, fehlende Übungsdienste und ausfallende Weiterbildungen. Dennoch war es ein Jahr mit einem breiten Spektrum an verschiedenen Einsätzen. Vom Brandmeldealarm über technische Hilfeleistungen bis hin zu Tierrettungen war alles im Programm.

Zu Beginn des Jahres, am 23.01.2020, wurde die Feuerwehr Neckarsulm zu einem Gartenhüttenbrand alarmiert. Vor Ort zeigte sich schnell, dass nicht nur eine, sondern gleich vier aneinander angrenzende Gartenhütten in Vollbrand standen. Das Feuer konnte zügig gelöscht werden und ein Übergreifen auf weitere Gartenhütten – und somit auch ein höherer Schaden – verhindert werden.

Mit einem Feuer ging das Jahr in den kalten Wintermonaten weiter. So wurde die Feuerwehr Neckarsulm am 14.02.2020 zur Unterstützung beim Brand eines mit Gefahrgut beladenen LKW auf der B293 zwischen Gemmingen und Eppingen alarmiert. Im Einsatz waren die Fernmeldegruppe mit dem ELW2 und die Fachgruppe Messtechnik der Feuerwehr Neckarsulm. Noch während die Kameraden auf der B293 im Einsatz waren, erreichte eine weitere Alarmierung mit dem Stichwort „LKW-Brand“ die Feuerwehr Neckarsulm. Dieses Mal ging es zusammen mit der Feuerwehr Weinsberg auf die BAB6. An der Einsatzstelle eingetroffen bot sich den Kameraden eine Lage, bei welcher so mancher sicherlich Lust auf ein Käsefondue bekam. Ein mit Käse voll beladener Sattelzug stand komplett in Brand. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, letztendlich konnte das Feuer jedoch durch die gute Zusammenarbeit der beiden Feuerwehren gelöscht und der riesige Käseklumpen mit einem Bagger Stück für Stück zerlegt werden.

 

Im Mai 2020 war das Coronavirus bereits so mächtig, dass die geplanten Tage der offenen Türe in Dahenfeld und in Neckarsulm abgesagt wurden – ebenso die regelmäßigen Übungsdienste, in welchen beispielsweise einsatzähnliche Szenarien geübt werden. Im April 2020 konnte der neue ELW2 des Landkreises Heilbronn in Karlsruhe abgeholt werden. Die offizielle Übergabe musste allerdings ebenfalls aufgrund der Pandemie ausfallen. Der ELW2 wird bei Großschadenslagen eingesetzt und dient als Führungsunterstützung der Einsatzleitung vor Ort. In ihm arbeitet ein speziell geschultes Team, um Einsätze, an denen häufig mehrere Feuerwehren beteiligt sind, zu koordinieren. Des Weiteren bietet er einen Besprechungsraum, in welchem Führungskräfte und Fachberater in Ruhe und witterungsunabhängig weitere Einsatzmaßnahmen besprechen können. Nachdem sich die Mitglieder der Fernmeldegruppe in kleinen Gruppen mit dem neuen Fahrzeug vertraut gemacht hatten, löste der neue ELW2 im Dezember 2020 den alten ELW2 ab und steht nun in Neckarsulm auf der Wache für alle Einsatzlagen im Landkreis einsatzbereit.

Eine weitere Neuheit erreichte die Abteilung Dahenfeld im April sowie die Abteilung Obereisesheim im November. Beide Abteilungen bekamen einen GW-T (Gerätewagen – Transport). Die baugleichen Fahrzeuge verfügen über eine Ladebordwand, mit welcher unterschiedliche Rollwägen in kurzer Zeit aufgeladen werden können. So fungiert die Abteilung Obereisesheim nun zusätzlich als Wasserförderungseinheit. Dafür werden in Obereisesheim vier Rollwägen mit insgesamt 2000 Meter an Schläuchen sowie ein Rollwagen mit einer Pumpe vorgehalten. Diese Wägen kommen beispielsweise bei Brandeinsätzen an abgelegenen Orten zum Einsatz, insbesondere wenn kein Hydrant in der Nähe ist und das Löschwasser über eine längere Wegstrecke befördert werden muss. Die beiden Gerätewägen sind eine weitere Maßnahme, die das Logistikkonzept der Feuerwehr Neckarsulm fortentwickeln.

Außerdem stellte die Feuerwehr Neckarsulm im Dezember 2020 einen neuen MTW (Mannschaftstransportwagen) in Dienst. Dieser löste den bisherigen MTW der Abteilung Neckarsulm ab, welcher bis dahin bereits 21 Jahre einen treuen Einsatzdienst leistete.

Insgesamt verzeichnet die Feuerwehr Neckarsulm im Jahr 2020 ein Einsatzaufkommen von 347 Einsätzen. Hierzu zählten mehrere Wohnungsbrände, einige leichte bis schwere Verkehrsunfälle, Brandmeldealarme, Hilfeleistungen für den Rettungsdienst oder die Polizei und Unwettereinsätze infolge des Sturmtiefs Sabine, das uns in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar erreichte. Ein „Sommergewitter“ wie es in den letzten Jahren vorkam, und in kurzer Zeit bis zu 100 Einsätze mit sich brachte, blieb dieses Jahr erfreulicherweise aus. Somit erklärt sich auch der Rückgang im Vergleich zu den 471 Einsätzen im Vorjahr.