Jahresbericht 2017

Feuerwehr Neckarsulm bewältigt immer komplexere Einsätze

Unwetterereignisse auch 2017 auf hohem Niveau

Die Freiwillige Feuerwehr Neckarsulm war auch im Einsatzjahr 2017 wieder extrem gefordert. Mit 420 Einsätzen sah Kommandant Wolfgang Rauh die Belastung der ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und -frauen „an der Schmerzgrenze“. Auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr im katholischen Gemeindehaus St. Paulus berichtete Wolfgang Rauh über den Stand der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr und blickte auf das Einsatzgeschehen im vergangenen Jahr zurück. „Die Einsätze werden immer komplexer und schwieriger“, stellte der Kommandant fest. Vor allem die Unwettereinsätze beschäftigten die Einsatzkräfte der Feuerwehr wieder stark. In diesem Bereich werden die Einsätze nicht mehr pro Unwetter- oder Sturmereignis gezählt, sondern nach der Anzahl der einzelnen Einsätze infolge eines Unwetters. So lässt sich das Ausmaß der Unwettereinsätze genauer abbilden: 101-mal musste die Feuerwehr im Berichtsjahr ausrücken, um Unwetterschäden durch Sturm zu beseitigen (2016: 71 Einsätze). Mit insgesamt 239 Einsätzen zur technischen Hilfeleistung, zu der auch die Unwettereinsätze zählen, hat sich diese Zahl auf hohem Niveau stabilisiert. 42 Einsätze galten der Rettung von Menschenleben. Insgesamt konnte die Feuerwehr 19 Menschen aus bedrohlichen oder lebensgefährlichen Situationen retten. Drei Personen wurden tödlich verletzt. In den Reihen der Feuerwehr verletzte sich ein Mitglied leicht. Die Zahl der Brandfälle stieg geringfügig um vier auf 67 Einsätze. Die Feuerwehr löschte 47 Kleinbrände, einen Mittelbrand und einen Gebäudegroßbrand, der sich im Mai 2017 in Obereisesheim ereignete. 18-mal leisteten die Mitglieder der Neckarsulmer Feuerwehr bei Bränden Überlandhilfe.

Spezialgerät kommt bei Unwetter zum Einsatz

Für die steigenden Anforderungen ist die Feuerwehr Neckarsulm bestens gerüstet. Bereits 2016 hat die Feuerwehr damit begonnen, die einzelnen Abteilungen mit Spezialgerät für Unwettereinsätze auszurüsten. Mittlerweile verfügen die Abteilungen Obereisesheim und Dahenfeld über je einen Modulwagen „Unwetter“ mit Wassersaugern und Tauchpumpen sowie je ein Unwettermodul „Strom/Beleuchtung“. Bei der Abteilung Neckarsulm sind jeweils zwei dieser Module im Einsatz.

Neu in Neckarsulm stationiert ist einer von zwei Gerätewagen-Messtechnik, die der Landkreis Heilbronn beschafft hat. Darüber hinaus stellt die Neckarsulmer Wehr im Mai ein neues Löschfahrzeug vom Typ LF 10 in Dienst. Zu den im Haushalt 2018 geplanten Ersatz- beziehungsweise Neubeschaffungen gehören je ein Gerätewagen-Transport für die Abteilungen Obereisesheim und Dahenfeld, ein Abrollbehälter Energie/Sandsack sowie ein Hilfeleistungs-Löschfahrzeug HLF 20 zur Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung.

Aber auch der „Faktor Mensch“ rückt immer mehr in den Mittelpunkt des Einsatzgeschehens, wie Kommandant Rauh betonte. Über gezielt ausgebildete Einsatzkräfte verfügen unter anderem die Fachgruppen „Messtechnik“, „Elektrotechnik“, „Fernmeldegruppe“, „Führungsgruppe“, „Türöffnungsgruppe“ und„Ausbildung-Übungsdienst“.  Diese Fachgruppen verdeutlichen, dass es laut Wolfgang Rauh „heute bei weitem nicht mehr ausreicht, allein den Standard des dreiteiligen Löschangriffs zu kennen“.

OB Hertwig: „Feuerwehr ist ein ganz besonderes Ehrenamt“

„Der Ausbildungsstand der Neckarsulmer Feuerwehr wird weit über die Stadtgrenzen hinaus gelobt“, bestätigte Oberbürgermeister Steffen Hertwig. Er selbst habe beim Besuch der Dienstversammlung der Landkreis-Feuerwehren erlebt, „welch hohes Ansehen die Neckarsulmer Wehr außerhalb der Stadtgrenzen hat“. Die Bereitschaft, zu jeder Tag- und Nachtzeit zum Einsatz auszurücken und dabei Leben und Gesundheit zu gefährden, zeichne die Feuerwehr als ganz besonderes Ehrenamt aus. „Sie retten Menschen, schützen ihr Hab und Gut und helfen, wo Hilfe benötigt wird.“ Dafür dankte der OB den Mitgliedern der Feuerwehr auch im Namen des Gemeinderates und der Neckarsulmer Bevölkerung. „Es ist ein gutes Gefühl für die Bürger zu wissen, dass die Feuerwehr immer zur Stelle ist.“  Hochachtung, Respekt und Anerkennung zollte auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Uwe Thoma der Feuerwehr Neckarsulm. Er überbrachte die Grüße des Landkreises und dankte den Neckarsulmer Einsatzkräften für das 2017 geleistete Pensum. Der Jahresbericht zeige, „wie wichtig eine so schlagkräftige Wehr ist“. Die Neckarsulmer Kameraden leisteten über die Stadtgrenzen hinaus auch im Überlandeinsatz wertvolle Hilfe. „Ich persönlich könnte mir unseren Landkreis ohne die Feuerwehr Neckarsulm nicht vorstellen“, erklärte Uwe Thoma. In welchem Maße sich die Neckarsulmer Bürgerinnen und Bürger auf ihre Feuerwehrleute verlassen können, wurde einmal mehr bei der Ehrung der langjährigen Mitglieder deutlich. Als besonders engagierter und pflichtbewusster Feuerwehrmann wurde Hauptlöschmeister Edgar Mattes geehrt. Vize-Kreisbrandmeister Uwe Thoma zeichnete den Dahenfelder Gruppenführer mit der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Heilbronn aus. Zudem erhielt Edgar Mattes aus den Händen von OB Hertwig das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold für 40 Jahre aktive Dienstzeit. Das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber für 25 Dienstjahre ging an Löschmeister Georgios Kontidis sowie die Hauptfeuerwehrmänner Jan Donaubauer, Michael Fessler und Michael Wieland.

Als wertvolles Reservoir für junge Nachwuchskräfte erwies sich wieder die Jugendfeuerwehr. Von den zehn neuen Mitgliedern, die Wolfgang Rauh neu verpflichtete, wechselte die Hälfte von der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst. Neuer Jugendsprecher und Vorsitzender des Jugendfeuerwehrausschusses ist Florian Brecht. Er wurde ebenso wie seine beiden Stellvertreter Justus Traub und Marvin Coroforte 2017 neu ins Amt gewählt. Der Jugendfeuerwehrausschuss fungiert als Bindeglied zwischen der Jugendfeuerwehr und der aktiven Wehr. Wer mehr über die Feuerwehr Neckarsulm und das aktuelle Einsatzgeschehen erfahren möchte, kann sich auf der neu gestalteten Homepage im Internet unter feuerwehr-neckarsulm.de informieren. (snp)

Busunternehmen Zartmann neuer Partner der Feuerwehr

Neuer Partner der Feuerwehr ist das Neckarsulmer Busunternehmen E. Zartmann GmbH & Co. KG. Das Unternehmen hat die Außenhülle eines 18 Meter langen Gelenkbusses kostenlos als Werbefläche zur Verfügung gestellt, um neue Feuerwehrmitglieder zu gewinnen. Der Bus ist im gesamten Landkreis unterwegs und wirbt mit Botschaften wie „Mach mit“, „Werde jetzt aktiv“, „Wir suchen Dich“, „Komm zur Jugendfeuerwehr“ für das Feuerwehr-Ehrenamt. (snp)

Bildunterzeilen:

(Bild „Ehrungen“) Auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Neckarsulm wurden Mitglieder für jahrzehntelangen aktiven Dienst geehrt: Vize-Kommandant Markus Kiy und OB Steffen Hertwig (v. li.) mit den Geehrten (v. li.) Edgar Mattes, Michael Fessler, Michael Wieland, Jan Donaubauer, Georgios Kontidis, Vize-Kommandant Ludwig Zoll und Kommandant Wolfgang Rauh.

(Bild „Ehrung Mattes“) Vize-Kreisbrandmeister Uwe Thoma (re.) überreichte mit Kommandant Wolfgang Rauh (li.) die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Heilbronn an Hauptlöschmeister Edgar Mattes.

(Bild „Neuaufnahmen“) Im Rahmen der Jahreshauptversammlung verpflichtete Kommandant Wolfgang Rauh (li.) neue Mitglieder für den aktiven Dienst: (v. li.) Manuel Wurster, Jan Waglöhner, Delio Beck, Emanuel Hazidis, Harin Shivashankar, Wassili Adamidis, Benjamin Selle, Luka Krotki und Tim Zartmann. Auf dem Foto fehlt Michael Deckert.