Feuerwehrmänner und –frauen sind 24 Stunden täglich an sieben Tagen in der Woche bereit sich für ihre Mitmenschen einzusetzen und ihnen in Notsituation beizustehen. Dafür opfern sie nicht nur vielfach ihre Freizeit, sondern setzen oft auch ihre Gesundheit aufs Spiel. Um zu vermeiden, dass die Helfer durch ihren Dienst am Nächsten selbst Schaden nehmen, setzen die Feuerwehren modernste Schutzausrüstung ein: Helm, Einsatzjacke und Hose, Stiefel, Handschuhe, Atemschutzgerät – falls erforderlich auch Vollschutzanzüge. All diese Gegenstände schützen die Feuerwehrangehörigen vor körperlichen Schäden.
Bei Einsätzen besteht aber nicht nur Gefahr für den Köper, auch Verletzungen der Seele sind möglich – nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch bei den helfenden Feuerwehrmännern und –frauen, denn in jeder Einsatzuniform steckt ein Mensch. Die Feuerwehren haben daher in den vergangenen Jahren erkannt, dass es wichtig ist, nicht nur für einen ausreichenden körperlichen, sondern auch für einen ausreichenden seelischen Schutz der Einsatzkräfte zu sorgen. Suizide, Unfälle mit Kindern, Unglücksfälle mit zahlreichen und Schwerstverletzen, die Rettung von verunfallten Kameraden – all dies sind Beispiele für möglicher Weise belastende Situationen, mit welchen die herbeigerufenen Einsatzkräfte konfrontiert werden.
Genauso wie die Schutzausrüstung die Feuerwehrangehörigen gegen Hitze oder giftige Gase schützt, gibt es Ansätze und Methoden, um die Einsatzkräfte vor seelischen Schäden zu schützen. Indem Einsatzkräfte während und nach belastenden Einsätzen durch psychosoziale Fachkräfte und speziell geschulte Kameradinnen und Kameraden aus den eigenen Reihen begleitet werden, können sie sehr effektiv davor geschützt werden, dass sich aus belastenden Einsätzen länger andauernde, seelische Verletzungen oder sogar körperliche Leiden entwickeln. „Begleitung“ besteht hier beispielsweise im Angebot von Gruppen- und Einzelgesprächen. Auch im Landkreis Heilbronn stehen fundiert ausgebildete Gruppen speziell zur Betreuung von Einsatzkräften bereit. Die PSNV-Gruppe des ASB Heilbronn-Franken, die seit mehreren Jahren regelmäßig unter dem Dach der Feuerwehr Neckarsulm übt, wird im Folgenden näher vorgestellt.
Die Begleitung von Feuerwehrkräften während und nach besonders belastenden Ereignissen muss genauso eine Selbstverständlichkeit werden, wie der Schutz vor körperlichen Schäden durch Helm und Handschuhe. Feuerwehrmänner und –frauen, die in Folge von belastenden Einsätzen nicht mehr einsatzfähig sind oder mit familiären und beruflichen Problemen zu kämpfen haben, dienen niemandem. Nur wer sich selbst nicht gefährdet – körperlich wie seelisch – kann anderen helfen; auch noch beim nächsten Einsatz.

Weitere Informationen zur PSNV Heilbronn erhalten Sie hier!

Kurzinfo von Dr. Christian Kohl, Feuerwehr Peer nach CISM in der PSNV Gruppe Heilbronn-Franken.